Auf der Suche nach dir selber!

 

 

 

Alles wird dir zu viel aber dennoch willst du nichts verpassen? Du glaubst, dass du dich nur auf dich selber verlassen kannst? Du glaubst, es wird nur richtig gut, wenn du es selber tust?

 

Auf der Suche nach dir selber!

 

Was steckt dahinter?

 

 


 

„Ich kann mich nur auf mich selber verlassen!“

Ich kenne diese Formulierung sehr gut. Denn viele Jahre war sie ein Teil meines Lebens. Die Erkenntnis, dass mich dieser Glaubenssatz ausbremst und mir mein Leben erschwert, ist eine kolossale Befreiung!

 

Natürlich muss ich mich nicht immer und in jeder Situation auf mich selber verlassen. Heute weiß ich das!

 

 

Wie kam ich zu dieser Erkenntnis?

Zunächst interessierte mich, was diese Einstellung überhaupt für mich bedeutet. In einem stillen Moment atmete ich ein paar Mal tief durch und bekam schnell eine Antwort. Verlasse ich mich auf andere ist die Wahrscheinlichkeit, enttäuscht zu werden, relativ groß. Enttäuschung geht bei mir mit Wut, traurig sein, Magengrummeln und Ärger einher. Enttäuschung schmerzt. Diesen Gefühlen dann Ausdruck zu verleihen bedeutet, dass ich mich zeigen, mich äußern muss, Kritik aussprechen, sagen, was ich denke.  Wenn ich das tue, stoße ich andere Menschen vor den Kopf. Sie könnten mich dann nicht (mehr) mögen. Ein Szenario, welches mir wirklich Unbehagen bereitete.

 

Wie ist die Lösung?

Ärger vermeiden und mich doch nur auf mich selber verlassen? Alles allein machen und für alles die Verantwortung übernehmen? Immer mehr Päckchen aufladen? Immer mehr und mehr? Oh jee, allein dieser Gedanke stresst mich schon. Oder soll ich Verantwortung abgeben und mich darauf einstellen, dass ich durchaus auch mal enttäuscht werde?

 

 

„Wenn ich mich auf andere verlasse, dann könnte es nicht perfekt werden. Nur ich selber kann es perfekt.“ Ja klar! Aber muss es denn immer perfekt sein? Meinen Glaubenssatz „Ich muss perfekt sein.“ schleppte ich mein halbes Leben mit mir rum. Wie ein alter Rucksack saß er auf meinen Schultern und wurde schwerer und schwerer und schwerer. Ihr werdet es erraten: Perfektion erreichte ich niemals. Irgendetwas bemängelte ich immer. Die Last, die ich damit zu tragen hatte, machte sich in Form meiner Rückenschmerzen bemerkbar. Ich wollte den Ballast endlich abwerfen. Und so formulierte ich den Satz um

 

 

„Gut ist gut genug.“

 

Enttäuschungen gehören zum Leben dazu. Daran ist nichts zu rütteln.

 

Wichtig ist, was wir daraus machen, wie wir damit umgehen. Ich habe gelernt, das Verhalten anderer nicht mehr persönlich zu nehmen. Das gelingt mir nicht immer sofort, aber wenn das alte Muster anklopft, erkenne ich es sehr schnell. Ich schmunzele und freue mich, dass mir die Situation es wieder vor Augen führt. So wird es mit der Zeit zur Gewohnheit werden, nichts mehr persönlich zu nehmen. Und auch hier ist der Weg das Ziel. Es geht mir nicht darum sofort am Ziel zu sein (nämlich nichts mehr persönlich zu nehmen) sondern auf dem Weg dahin viele Situationen zu erleben, an denen ich wachsen und meine persönliche  Veränderung beobachten kann.

 

Meine Belohnung: Es nimmt den Stress aus meinem Leben!

 

Es gibt unzählige Gründe, weshalb sich Menschen so verhalten wie sie sich verhalten. In den meisten Fällen hat das nichts mit mir zu tun.

 

Wenn es mit mir zu tun hätte, also wenn der Nachbar mich nicht grüßt, weil er mich vielleicht nicht leiden kann: Wessen Problem ist das? Meines? Oder doch eher seines?

 

„Aber er könnte doch grüßen, das macht man doch so.“ Ja, könnte er. Tut er aber nicht. Ich kann mich damit abfinden oder mich jedes Mal von neuem darüber ärgern. Wenn er es täte: Was würde das an der Situation ändern? Er grüßt und ich fühle mich gut? Er grüßt nicht und ich fühle mich nicht gut? Wenn das für mich die Folge daraus wäre, dann hätte ich seines zu meinem Problem gemacht. DAS WILL ICH NICHT!

 

Gesten sind nur Gesten, Worte sind nur Worte. Wie und was ich empfinde, was ich daraus mache, liegt ganz allein bei mir.

 

Mir sagte vor mehr als 20 Jahren mal jemand „Also dein Ton ist auch nicht immer nett.“

 

Ich konnte das nicht einordnen, war wie erstarrt, wusste nicht, was gemeint war und wie ich das verstehen soll. Heute würde ich fragen, wie derjenige es meint und darum bitten, es mir an einem Beispiel zu erklären. Damals zog ich mich zurück, scheu wie ein Hase, fühlte mich schlecht und irgendwie als wäre ich nicht richtig. Ich war sowieso schon ein Mensch, der auf alles und jeden Rücksicht nahm. Und nun bekam ich solch eine Aussage.

 

Diese Szene fällt mir oft ein und ich kann heute an ganz vielen Stellen Verständnis für andere Menschen aufbringen.

 

Wir Menschen haben im Laufe der Zeit unsere Ausdrucksformen erlernt oder von anderen übernommen. Oft merken wir gar nicht, ob wir laut, tief, piepsig, schnippisch oder sonst wie reden. Bei manchen empfinden wir deren reden wie einen Befehls-Ton oder eine Gereiztheit in der Stimme oder es klingt ständig vorwurfsvoll.

 

Denen geht es sicher so wie mir damals. Es würde gar nichts bringen, denen zu sagen: „Musst du immer so vorwurfsvoll sprechen?", weil sie damit gar nichts anfangen könnten. Sie sind so, wie sie sind. Und letztendlich ist das auch gut so. Unsere Verschiedenheiten, unsere Vielfalt machen das Leben bunt und interessant. Wir sind alle individuell und einzigartig.

 

Wenn es dir so geht, dass du wenig Vertrauen in andere Menschen und ihr Tun hast, wenn du spürst, dass du dir gestatten möchtest, Verantwortung abzugeben aber irgendetwas in dir dies blockiert, dann zieh dich an einen ruhigen Ort zurück. Das kann bei dir zu Hause sein oder in der Natur. Nimm die Stille um dich herum wahr und spüre in dich hinein, was es ist, das dich blockiert. Vielleicht wirst du beim ersten Mal die Antwort noch nicht finden. Doch mit etwas Übung und Geduld wird sie kommen. Vertraue auf deine Intuition. Vielleicht weißt du zum Zeitpunkt der Antwort auch noch nicht, was du damit anfangen sollst. Das dauert manchmal ein paar Tage. Doch die Puzzle-Teile werden zusammen finden.

 

Auf alle Fragen, die dich bewegen, gibt es Antworten. Vertraue darauf, dass sie zu dir kommen.

 

Wenn du Unterstützung und Begleitung möchtest, melde dich gern bei mir. Nähere Informationen findest du unter Angebote.

 

 

Alles Gute auf deinem Weg.

 

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