Ist Burnout gesellschaftsfähig?

 

 

 

Lange Zeit belächelt und von Comedians wunderbar in ihren  Comedyprogrammen untergebracht, hat sich die Wissenschaft in den letzten Jahren mit dem Phänomen, der immer größer werdenden Anzahl der Menschen, die Burnout-Syndrome zeigen, beschäftigt.

 

Der Begriff Burnout ist gesellschaftsfähig geworden. Heute weiß so ziemlich jeder, was gemeint ist, wenn es heißt:

 

„Sie ist krank. Sie hat Burnout.“

 

 

Und ich finde es gut, dass es diesen Begriff Burnout gibt. Mir ersparte das seinerzeit, Einzelheiten um meinen gesundheitlichen Zustand erklären zu müssen.

 

Die Wissenschaft unterscheidet (nach Fengler) 10 Phasen. Sie dauern unterschiedlich lang, gehen manchmal ineinander über und sind nicht immer eindeutig zu trennen.

 

 

Vielleicht findest du dich in der einen oder anderen Phase wieder?

 

1.  Freundlichkeit

 

2.  Überforderung

 

3.  geringer werdende Freundlichkeit

 

4.  Schuldgefühle über die geringer werdende Freundlichkeit

 

     „Ich bin doch sonst nicht so. Ich erkenne mich gar nicht wieder. „

 

5.  vermehrte Anstrengungen

 

     „Ich gebe mir noch mehr Mühe. Ich schaffe das.“

 

6.  Erfolglosigkeit; Trotz vermehrter Anstrengungen stellen sich keine Erfolge ein.

 

7.  Hilflosigkeit

 

     „Was mache ich denn falsch? Wieso klappt nichts mehr?“

 

8.  Hoffnungslosigkeit

 

     „Ich schaffe das nie. Ich bin zu nichts zu gebrauchen.“

 

9.  Erschöpfung und Abneigung

 

     Wut auf sich selber, auf alles und jeden

 

10.Burnout-Syndrom

 

Je nach Ausprägung geht dies unter anderem einher mit Selbstbeschuldigung, Flucht, sozialem Rückzug, psychosomatischen Beschwerden, großen Geldausgaben, Liebschaften, Fehlzeiten usw., usw.

 

 

 

Egal, an welcher Stelle du jetzt stehst. Ich sage dir:

 

DU BIST NICHT SCHULD DARAN!

 

 

Die, die du heute bist, das, was dich ausmacht und wie du lebst, deine Wertevorstellungen, deine Erwartungen und Träume, deine Sicht auf die Dinge, deine Einstellung zu dir selber, all das ist das Ergebnis deines bisherigen Lebens. Du hast im Laufe deines Lebens Dinge gelernt und nicht gelernt, abgeschaut und verinnerlicht, die dich genau dahin gebracht haben, wo du gerade bist. Du hast Verhaltensmuster von deinen Eltern und von Verwandten übernommen. Das geschieht oft unbemerkt. In der Schule, im Sportverein und in vielen anderen Institutionen hast du Erfahrungen gemacht und bist für dein Verhalten gelobt oder getadelt worden. All deine Erlebnisse und Begegnungen haben deine Glaubensmuster geformt und dein Sein geprägt.

 

 

Jeder Mensch, der in diese Welt hineingeboren wird, besitzt Veranlagungen, die er mitbringt. Die Entwicklung jedoch wird durch seine Umwelt und deren Einflüsse geprägt.

 

 

Warum erzähle ich dir das?

 

 

Weil ich möchte, dass du verstehst, dass du keine Schuld an deiner Situation hast.

Du bist gut , so wie du bist.

 

 

Eine gute Nachricht:

 

Wenn du an einer Stelle stehst, wo du nicht sein möchtest, dann hast du immer die Möglichkeit, einen neuen Platz einzunehmen. Das gilt sowohl für deine physische und auch für deine psychische Situation.

 

 

Doch weißt du, was du tun musst?

Wenn du Veränderung willst, dann ist es unumgänglich, dass du deine Komfortzone verlässt. Komfort bedeutet nicht nur „bequem“ sondern auch „Routine“ und „Gewohnheit“.

 

 

 

Das klingt einfach? Es ist einfach. Natürlich kann das sehr viel Kraft kosten. Doch jeder Weg beginnt mit einem Schritt.

 

 

Ich will dir zur Verdeutlichung ein simples Beispiel geben:

 

Karins Arbeitsweg beträgt mit dem Auto etwa 20 km. Sie schläft bis 6:30 Uhr und verlässt gegen 7:30 Uhr das Haus. Jeden Morgen quält sich eine lange Autoschlange, sie mittendrin, durch die Innenstadt. Innerhalb einer Grünphase können nur wenige Autos die Kreuzung passieren. Zusätzlich verhindern Fußgängerampeln, dass der Verkehr fließt. Es ist immer wieder nervenaufreibend und dauert nicht selten 50 Minuten. Jeden Morgen sitzt sie im Auto, sie flucht vor sich hin, ihr Stresspegel steigt. Doch es nützt nichts, am nächsten Tag wird es wieder so sein und am nächsten und am nächsten.

 

 

Welche Möglichkeit hat sie?

 

Sie kommt aus ihrer Komfortzone heraus, aus ihrer Gewohnheit. Nämlich aus der Situation, bis 06:30 Uhr schlafen zu können und verlegt das ganze Szenario um eine Stunde vor. So verlässt sie 06:30 Uhr das Haus und ist erstaunt, dass sie in 25 Minuten an ihrem Arbeitsplatz ist. Ohne Stress, ohne Fluchen, ohne Genervtsein.

 

 

Natürlich kostet es sie erst einmal Überwindung, eine Stunde früher aufzustehen. Es war doch so schön bequem, erst später aufstehen zu müssen. Doch sie musste sich entscheiden: Raus aus ihrer Komfortzone und etwas Neues ausprobieren oder den alten morgendlichen Trott, voller Stress.

 

Verstehst du, was ich meine? Wenn sie weiterhin zur alten Uhrzeit das Haus verlassen hätte, dann hätte sich nichts geändert.

 

Es sind manchmal Dinge, die zunächst erstmal unbequem erscheinen, uns vielleicht sogar ängstlich werden lassen. Das ist normal. Jahrelang eingeübte Abläufe, Routine und Rituale bringen uns Sicherheit. Auch wenn sie Stress und Unzufriedenheit bedeuten bringen sie uns dennoch Sicherheit.

 

 

Doch weißt du, wir stecken oft viel Energie in die Gedanken, was wir verlieren können statt in Gedanken, was wir durch Veränderung gewinnen können.

 

 

Was hat Karin gewonnen? Sie kommt morgens entspannt an ihrem Arbeitsplatz an und kann nun eine Stunde früher Feierabend machen. Diese gewonnene Stunde kann sie für sich selber nutzen und es sich gut gehen lassen.

 

Mir ist bewusst, dass dies ein simples Beispiel ist und es vielschichtige und vielfältige Symptome gibt. Es ist auch nicht ein einziger Teil des Lebens, der zu Erschöpfung, zum Burnout führt. Regelmäßig kommen viele Dinge zusammen, bis der Körper und die Seele sagen: Nichts geht mehr!

 

Wenn Du Anzeichen von Erschöpfung bei dir feststellst und auch ein ruhiges Wochenende dir keine Erholung bringt, wenn das Gedankenkarussell kreist und es auch nach Feierabend und nachts nicht anhalten will, dann schaue dir deine Situation an. Wenn dies über einen längeren Zeitraum anhält, dann spür in dich hinein: Welche Komfortzone ist es, die du verlassen sollst? Hör auf deinen Körper und auf dein Bauchgefühl.

 

 

 

 

Wenn du gern Unterstützung und Begleitung möchtest, dann melde dich bei mir. Ich freue mich auf dich. In den Angeboten findest du die Kontaktmöglichkeiten. Wenn du eine Freundin oder Bekannte hast, von der du glaubst, dass sie dieser Artikel interessieren könnte, dann teile ihn mit ihr.

 

Alles Gute auf deinem Weg.

 

Wenn du möchtest, hinterlasse mir gern einen Kommentar. Ich freue mich darauf.

 

Deine Geschichte ist wertvoll für alle Menschen.

 

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